Dienstag, 29. September 2020

Bayerisch Eisenstein Pt. 3 - Talstation großer Arber zum großen Arbersee

 Von der Talstation am großen Arber zum großen Arbersee

Nach meiner Fahrt mit der Gondelbahn zurück zur Talstation war es gerade einmal 12 Uhr - noch genug Zeit also um noch eine weitere Tour zu machen. Den großen Arbersee wollte ich auf jeden Fall noch sehen. Natürlich hätte ich auch mit dem Auto bis dorthin fahren können. Allerdings hatte ich ja schon dort für das Ticket gezahlt - und direkt von dort führt auch ein Weg zum großen Arbersee. Angegeben mit gut 1,5 Stunden Laufzeit - allerdings gab es kaum Höhenmeter zu überwinden bzw. liegt der Arbersee sogar ein wenig niedriger. Zudem ist der Weg als "Winterwanderweg" gekennzeichnet. Es ist daher also davon auszugehen, dass dieser relativ einfach zu meistern ist. 

Links an der Talstation vorbei, hinein in den Wald und auf einem recht breiten, gut begehbaren Weg immer geradeaus. Der Weg ist nicht sonderlich spannend und gleicht tatsächlich eher einem Spaziergang. Lediglich am Ende fällt dieser stark ab. An diesem Punkt habe ich auch für mich beschlossen, dass ich keine Lust mehr habe die ganze Strecke zurück zu gehen und suchte am Ziel als erstes die Bushaltestelle auf. Und ich hatte Glück. 2 Stunden später fuhr einer direkt zurück zur Talstation.
Genug Zeit also um endlich einen Einkehrschwung im Arberseehaus vorzunehmen, einmal die 2km um den See zu laufen und noch ein wenig alle Eindrücke zu genießen, ehe es dann um 15:23 Uhr zurück ging. An diesem Punkt war es dann tatsächlich genug. Es waren zwar "nur" 15 km, aber die Höhenmeter hatten es doch schon in sich. Noch dazu laufe ich ja nun nicht täglich eine solch weite Strecke. 

Am Anfang ging es kurz parallel zur Straße


Es sieht schon toll aus

Montag, 28. September 2020

Bayerisch Eisenstein Pt.2 - Von der Talstation zum großen Arber

 Von der Talstation zum Gipfel des großen Arber - Wanderweg A

Der Grund meines Aufenthaltes in Bayerisch Eisentein war natürlich der Aufstieg auf den Arber. Doch wer mich kennt weiß, dass mir bergauf (vor allem bei Stufen und Treppen) schnell die Puste ausgeht - auch wenn das Laufen an sich wirklich Spaß bereitet. 

Demnach habe ich, als ich gegen 09:15 Uhr bei der Talstation ankam und den steilen Weg sah, tatsächlich schon kurz überlegt mit der Gondel nach oben zu fahren. Aber dann dachte ich mir, was soll es?! Ich bin jetzt schon mal hier, habe den ganzen Tag Zeit - da werde ich doch wohl den Aufstieg schaffen, der ausdrücklich für Jedermann ausgeschrieben ist, auch ungeübte und unsportliche Wanderer. Angegeben ist dieser mit gut 1,5 Stunden und einer Länge von ca. 3,5 km. Klingt soweit jedenfalls nicht schlimm - wären da nicht die gut 400 Höhenmeter die zu überwinden sind ;) 

Der Weg geht rechts von der Bergbahn weg, ist breit und geschottert. Wanderschuhe sind auf jeden Fall von Nöten, Trekkingstöcke hingegen sind nicht unbedingt notwendig. Nach dem stetigen Anstieg erreicht man nach gut 15 Minuten bereits die erste Möglichkeit zur Einkehr, das Berghaus "Sonnenfels". Da ich aber ja gerade erst Frühstück in der Pension hatte und gerade einmal losgelaufen bin, lasse ich diese Möglichkeit aus und schlängel mich weiter nach oben. Insgesamt gibt es leider wenige Rastmöglichkeiten, und so muss ich kurz an einem Felsen stoppen und meine lange Jeans nach oben krempeln - es ist brutal warm und die Sonne sticht ordentlich. Ein Großteil des Weges ist ohne Schatten. Nachdem ich den Arber einmal direkt vor Augen hatten (und kurz am Verzweifeln war als ich sah wie weit nach oben ich noch musste) bot sich zu meiner Rechten allerdings ein phantastischer Ausblick, definitiv ein Motivationsschwung - doch der Anstieg wurde ab hier dann doch noch um ein vielfaches Steiler. Ein "gemütlicher Spaziergang" ist etwas anderes - aber mit genug Zeit und immer wieder kurzen Verschnaufpausen ist auch das zu Schaffen. Und dann sieht man die Gondeln wieder und weiß: Es ist nicht mehr weit. Oben herrscht schon reger betrieb, die Gondelbahn arbeitet fleißig. Für den allerletzten Aufstieg zum Gipfelkreuz und dem Rundweg oben muss man noch mal gut 100 Höhenmeter überwinden. Faszinierend für mich, wie viele Leute dort mit einfachem Schuhwerk und auch Kinderwagen unterwegs waren. 

Der Aufstieg war anstregend, aber tatsächlich für ziemlich jeden machbar ist der einigermaßen fit ist, mit dem Kreislauf kein Problem hat und einen festen Halt und Stand hat. Insgesamt habe ich gut eine Stunde gebraucht, habe aber auf dem Weg nach oben keine größeren Pausen eingelegt.

Ich wollte anschließend noch zum großen Arbersee. Da die Wegbeschreibung aber als anspruchsvoll mit engen Wegen durch den Wald über Stock und Stein beschrieben war - und ich ja komplett alleine unterewgs war - habe ich mich entschlossen das Erlebnis der Gondelfahrt ins Tal für 10,00 Euro mitzunehmen. Und von dort dann weiter zum Arbersee zu laufen (Die Bilder dazu folgen dann demnächst in einer zweiten Tour)

Hier die Bilder vom großen Arber


Da rauf will ich ...

Es geht schon direkt zu Beginn ordentlich rauf

Sonntag, 27. September 2020

Wenn das Licht gefriert - Roman Klementovic

 Roman Klementovic - Wenn das Licht gefriert 

Ich bedanke mich - wieder mal - beim Gmeiner Verlag für die Zusendung des kostenlosen Rezensionsexemplares 

Inhalt (Gmeiner Verlag):
Seit 40 Jahren schon ist Elisabeth mit Friedrich verheiratet - glücklich, trotz einiger Schicksalsschläge. Auch seine Alzheimererkrankung kann ihre Liebe nicht erschüttern. Doch eines Abends ist er besonders verwirrt. Während eines TV-Beitrags über den seit 22 Jahren ungeklärten Mord an der besten Freundin ihrer Tochter gibt er Verstörendes von sich. Er erwähnt Details, die er gar nicht kennen dürfte. In Elisabeth regt sich ein schlimmer Verdacht …

Meine Meinung: 
Roman Klementovic ist einer meiner Lieblingsautoren und ich freue mich immer wenn es im Programm ein neues Werk von ihm gibt. Der aktuelle Titel wird massiv beworben und so war ich extrem gespannt - allein schon das Cover ist ansprechend und auch im Buchladen des Vertrauens hätte ich sofort danach gegriffen. 


Man ist sofort im Geschehen der Story drin. Man fühlt und leidet mit Elisabeth, die nicht nur damit klar kommen muss, dass ihr Mann an Alzheimer erkrankt ist, sondern auch damit dass seit dem Tod der besten Freundin von ihrer Tochter ein Schatten über dem Ort zu hängen scheint. Denn der Täter wurde nie gefasst - und ein reißerischer TV-Beitrag schürt neue Ängste. Vor allem als Friedrich unverständliche Dinge brummelt gerät Elisabeths Welt ins Wanken. Jeder scheint irgendwie Geheimnisse zu haben und Elisabeth fürchtet den Täter zu kennen. 

Beklemmend geschrieben, ein Buch das man nicht mehr aus der Hand legen will. Die Demenz von Friedrich ist bedrückend und die düstere Stimmung erfasst einen selbst. So viele Wendungen und neue Anhaltspunkt, so dass man selbst immer wieder aufs neue von vorne zu überlegen beginnt. 

Das Ende ist dann überraschend gut - damit hätte ich nicht gerechnet und rundet "Wenn das Licht gefriert" perfekt ab. Eine absolute Empfehlung und 5 von 5 Sternen! 

(Gmeiner Verlag; 2020; 349 Seiten)