Sonntag, 29. März 2020

Die stummen Wächter von Lockwood Manor - Jane Healey

Jane Healey - Die stummen Wächter von Lockwood Manor

Vielen Dank an das Team von lovelybooks, dass ich an einer kostenlosen Leserunde teilnehmen darf und das Buch zum rezensieren zur Verfügung gestellt bekommen habe.

Inhalt (lovelybooks):
1939. Hetty Cartwright muss eine Sammlung des Londoner Natural History Museum vor dem heraufziehenden Krieg in Sicherheit bringen – ins verfallene Herrenhaus Lockwood Manor. Doch das Haus wirkt auf Hetty wie verflucht: Ihre geliebten Exponate, der ausgestopfte Panther, die Kolibris und der Eisbär, verschwinden, werden zerstört und scheinen nachts umherzuwandern. Zusammen mit der Tochter des tyrannischen Hausherrn, Lucy Lockwood, versucht Hetty, die nächtlichen Geschehnisse zu ergründen, und bringt ein tragisches Geheimnis ans Licht.

Meine Meinung: 
Eine Geschichte, die irgendwie mystisch und zauberhaft zu sein scheint. Ein großes Anwesen, dass nur dazu einlädt seltsame Dinge geschehen zu lassen - und gerade in der jetzigen Zeit einen in eine Welt fliehen zu lassen.

So tauchen wir ab und folgen unserer Protagonistin Hetty, Kuratorin der Säugetiersammlung des Museums. Aufgrund des drohenden Krieges und der Deutschen Angriffen auf London bringt sie die Sammlung in Sicherheit. Von Beginn an merkt sie aber, dass sie dort nicht erwünscht ist ... ohne zu wissen warum. Sie selbst ist aber auch gerne lieber für sich alleine und tut sich schwer damit sich Menschen zu öffnen. In Gesellschaft ihrer stummten Tiere fühlt sie sich am Wohlsten. 
Einzig die Tochter Lucy des des Majors scheint ihr nicht feindselig gegenüber zu stehen und zwischen den beiden Frauen entsteht ein geheimer Band. 

Der Start in das Buch beginnt fesselnd und man taucht wirklich in diese Welt der 30er ein, wir streifen mit Hetty durch das Anwesen, seltsame Dinge passieren und irgendwie scheint das Anwesen tatsächlich verwunschen zu sein. Die weiße Frau spukt durch das Haus ... Tiere verschwinden ... Lucy wird von Alpträumen geplagt ... was hat es mit dem blauen Zimmer auf sich? 
Immer wieder erfahren wir auch die Gedanken von Lucy, deren Mutter angeblich verrückt gewesen sein soll, das Mädchen hat es wirklich nicht leicht gehabt.

Doch die Geschichte plätschert mit der Zeit nur so dahin. Ein großes Anwesen mit vielen Zimmern - die aber alle eher unerwähnt bleiben, sie existieren einfach nur. Auch die Angestellten, die während der Anwesenheit von Hetty mehrfach wechseln, sind einfach nur anwesend. 

Viele "Geheimnisse" werden schon während der Geschichte aufgelöst - am Anfang wusste ich nicht ob wir bei den kurzen Zwischenkapiteln bei Lucy oder ihre Mutter sind. Auch die tieferen Gefühle die sich zwischen Hetty und Lucy entwickeln sind zwar etwas prickelndes - für die Zeit in der die Geschichte spielt auch gefährlich - und dennoch passt es nicht so wirklich.

Die "Auflösung" und das Finale des Buches ist erschreckend, furchtbar. Unterm Strich ist das schon stimmig. Das Leid von Lucy ist unvorstellbar, sie ist eine gebrochene Frau - und dennoch braucht es erst eine große Tragödie um von Lockwood Manor wegzukommen.  

Es scheint als seien der Autorin die Ideen ausgegangen, den versprochen Zauber und die Magie habe ich sehr vermisst. Man hätte noch viel viel mehr daraus machen können. Gerade wenn man weiß, das Jane Healey sich für Spukgeschichten und Übernatürliches interessiert.
Nichts desto trotz war der Schreibstil sehr flüssig. Somit war das Buch in nicht mal einer Woche erledigt, auch den Ausgangsbeschränkungen und somit viel Freizeit sei Dank. Leider konnte es mich aber nicht wirklich fesseln und ich wüsste nicht was ich antworten soll wenn mich einer fragt warum man sich dieses Buch kaufen sollte. 

Das Cover ist zwar wirklich schön gestaltet, auch die abgebildeten Tiere sind passend. Insgesamt aber spiegelt es aber den Inhalt des Buches dennoch nicht so ganz wieder. Die "stummen Wächter" sind meiner Meinung nach aber insgesamt überhaupt nicht der Mittelpunkt der Geschichte, so wie der Titel das ursprünglich vermuten lässt.

Daher gebe ich 2,5 von 5 Sternen für das Debüt von Jane Healey

(hanserblau Verlag; 2020; 384 Seiten)

Freitag, 27. März 2020

Freitagsfüller 27.03.2020 #569



Woche 1 der Ausgansgbeschränkungen in Bayern ist geschafft ... es ist immer noch alles so unwirklich und ein ganz komisches Gefühl wenn man spazieren ist. Die Welt und das Leben geht weiter - und doch irgendwie auch nicht.

Demnach was soll ich von meiner Woche groß erzählen? Ich bin weiterhin normal auf Arbeit und im Büro, zum Glück. So habe ich zumindest ein bisschen das Gefühl von Normalität und muss nicht überlegen wie ich den Tag rumbekommen und wie ich mich beschäftige. Ich bin nur zugegeben davon genervt, dass einem jeden Tag jeder Radiosender ein "Hallo ins HomeOffice. Wie gehts euch im HomeOffice?" um die Ohren pfeift.

Ich war also bei diesem schönen Wetter diese Woche einfach immer nur spazieren, meist direkt bei mir in der Wohngegend. Den Weg zum See habe ich erstmal gelassen, man muss ja nun wirklich nicht unnötig viel draußen rumfahren als man muss. Am Mittwoch habe ich dann aber doch mal die Hofer Gastronomie unterstütz und mir vom Kreuzstein ein wirklich leckeres Abendessen to-go gegönnt. Jeden Tag steht der Mario dort und verwöhnt uns Hofer mit seinen Leckereien, und das zum wirklich günstigen Preis! Deswegen mein Apell: Unterstützt auch in dieser Zeit eure Lokale und Geschäfte, sofern diese auf einen Notfallplan umgestellt haben. Denn wir möchten ja alle danach wieder gesellig beisammen sein.


1. Mehr als Spazieren ist derzeit eben einfach nicht drin in der Freizeit.
2. Keine komplette Ausgangssperre zu verhängen ist eine gute Entscheidung, hoffen wir nur die Leute sind zum Großteil vernünftig.
3. Wenn alles gut geht, wird ab Mai das Leben hoffentlich wieder langsam hochfahren.
4. Ein gemütliches Zuhause ist momentan der wichtigste Ort der Welt.
5. Der erste Urlaub nach Corona wird wohl im Land bleiben und irgendwo in Richtung Berge gehen.
6. Was macht ihr bitte alle mit den Massen an Klopapier??
7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf das Wohnzimmerkonzert auf Pro7 , morgen habe ich geplant, auszuschlafen und die Sonne am Balkon zu genießen und Abends mit den Mädels einen virtuellen Stammtisch abzuhalten und Sonntag möchte ich auf mich zukommen lassen, irgendwie geht die Zeit schon rum!



Bleibt gesund und passt auf euch auf! Geht ruhig mal an die Luft und unterstützt eure lokale Gastronomie. Vielleicht liegt auf dem Weg des Spaziergangs ja eine Eisdiele mit Straßenverkauf ... :) Und ansonsten #stayathome

Die gesammelten Werke der Corona-Edition gibt es bei Barbara: scrapimpulse


 -Beitrag kann unbezahlte Werbung enthalten-
-Mit Abgabe eines Kommentares gibst du dein Einverständnis der Datenspeicherung auf dieser Seite-
 


PS: Um euch die Zeit zu vertreiben gibt es ab heute bei meinem Arbeitgeber dilego eine virtuelle Ostereiersuche mit Gewinnspiel!  

Samstag, 21. März 2020

Rhöner Nebel - Friederike Schmöe

Friederike Schmöe - Rhöner Nebel 

Vielen Dank an den Gmeiner Verlag für die Zusendung eines kostenlosen Rezensionsexemplares 

Inhalt (Gmeiner-Verlag)
Anja Riedeisen bittet Privatdetektivin Katinka Palfy um Hilfe: Sie ist zu einer Feier in dem Internat in der Rhön eingeladen, wo sie vor 30 Jahren ein freiwilliges soziales Jahr ableistete. Aber aus Gründen, die Anja selbst nicht klar sind, hat sie Angst vor der Begegnung mit ehemaligen Kollegen und Schülern. An Ort und Stelle überwältigen sie die Erinnerungen an den Suizid ihrer Freundin Kirsten. Erst jetzt kann Anja sich eingestehen, dass sie nie an Selbstmord geglaubt hat. Katinka Palfy ermittelt - und etliche Ehemalige haben ein Problem damit!

Meine Meinung: 
Ich freue mich immer auf Bücher von Friederike Schmöe, die mit Katinka Palfy eine sympathische Detektivin durch meine fränkische Heimat streifen lässt. Auch wenn diesmal ans andere Ende von Franken - in die schöne Rhön geht.

Frau Palfy wird also von Anja Riedeisen gebeten Sie zu einem Ehemaligen-Treffen in einem Internat zu begleiten. Sie habe Angst - auch wenn sie diese nicht wirklich begründen kann. Und auch vorher kannten sich beide Frauen nicht. Für Katinka allerdings ist so ein Auftrag eine willkommene Abwechslung zur sonstigen, oft gefährlichen, Detektivarbeit. Allerdings diesmal weitestgehend ohne Hardo und Dante. 

Die Geschichte spielt in der Gegenwart, eine Ordensschwester feiert ihren Geburtstag und hat aus diesem Grund eben alle eingeladen - und zeitgleich gehen wir immer ins Jahr 1988 zurück - in dem einschneidendes passierte. Eine Schülerin kam zu Tode, es wurde als Unfall abgetan. Doch das ist offensichtlich der Grund weswegen Anja nicht alleine zu dem Fest wollte. Ein ungutes Gefühl, dass damals anderes vor sich ging. 

Doch was der Krimi enthüllt geht weit über den mysteriösen Tod hinaus, und immer mehr Personen scheinen irgendwie darin verwickelt zu sein. Und so schafft es Katinka wieder einmal sich selbst in Gefahr zu bringen. 

Insgesamt habe ich mir schwer getan zu den alten Damen einen Zugang zu finden ... sympathisch waren sowieso die wenigsten. Die Kunstgeschichte fand ich persönlich ein wenig fad - und auch das Ende irgendwie naja. Der Schreibstil aber ist wie immer flüssig und durch die Rhön zu streifen hat wahnsinnig Spaß gemacht. 
Daher vergebe ich dennoch 3,5 von 5 Punkten - nicht weil das Buch sonderlich spannend ist, sondern weil es eine einfach und kurzweilige Unterhaltung geboten hat.

(Gmeiner Verlag; 2020; 316 Seiten)