Sonntag, 14. März 2021

Der Tod ist schwer zu überleben - Sebastian Niedlich

 Sebastian Niedlich - Der Tod ist schwer zu überleben

Inhalt:
Es gibt Traumjobs. Es gibt Höllenjobs. Und es gibt den Job, vor dem sich Martin bisher erfolgreich gedrückt hat – denn eigentlich soll er Nachfolger seines besten Freundes werden, dem leibhaftigen Tod. Stattdessen gibt es nun plötzlich andere Kandidaten für den Job, zu denen eine mordlustige Studentin, ein liebenswerter Pazifist und eine trinkfeste Russin gehören. Aber ist einer von ihnen die richtige Wahl? Während das natürliche Gleichgewicht zwischen Leben und Tod immer mehr aus den Fugen gerät, muss Martin sich die Frage stellen, ob er sich wirklich vor seiner Verantwortung drücken darf. Und noch dazu findet er heraus, dass ein Mensch, den er über alles liebt, vielleicht bald sterben muss – und das muss er unter allen Umständen verhindern! 

Meine Meinung:
Bereits der erste Teil "Der Tod und andere Höhepunkte meines Lebens" von Sebastian Niedlich war eines der Bücher die ich durch Zufall lesen durfte und sofort in meiner Liste der Lieblingsbücher ganz weit nach oben schoss. Das liegt nicht nur an der lockeren und unterhaltsamen Schreibweise, sondern auch und vor allem an den Hauptcharakteren Martin und Thanatos (dem Tod).
Wir wissen aus dem ersten Teil bereits, dass Martin den Tod persönlich sehen kann, er sein Nachfolger werden soll und der Selbstmordversuch missglückte. Privat hat Martin derweil einige Probleme mit seiner Beziehung, das aber liegt nicht an der nicht vorhandenen Liebe - sondern an der simplen Tatsache, dass er weiß er muss sterben. Und das möchte er seiner Frau nicht antun. 

Der Tod wird im Laufe der Geschichte zerbrechlich. Die mehr als 700 Jahre die er nun nach Seelen fischt und in denen er durch die Welt springt gehen eben nicht spurlos an einem vorbei. Und auch das Leben, Bibi, verändert sich. Schuld an allem soll mal wieder Martin sein. Dieser gerät zudem in einen Sinnkrise und schmeißt seinen Job als Mediziner und startet mit einer Ausbildung zum Gärtner neu durch, bevor er seine Arbeit als "Tod" antreten müsste natürlich.
Kritisch wird es, als immer mehr potentielle Nachfolger für Thanatos auftauchen. Nicht jeder ist sich der Ernsthaftigkeit des Jobs bewusst und insgeheim ist Martin wohl auch ein wenig eifersüchtig nicht als einziger der Freund des Todes zu sein und ihn sehen zu können. Besonders absurd wird es, als auch sein Sohn Tobias in den Genuss kommt und Anja als einzige der Familie offenbar mit der Luft reden muss. Insgesamt sind die Dialoge allesamt äußerst humorvoll gestaltet, trotz des doch sehr ernsten Themas. Vor allem das es um ein Tabu geht - aber Sebastian Niedlich schafft es genau richtig damit umzugehen und dem Leser das richtige Bild davon zu vermitteln.

Schön auch, dass Ereignisse die während des Schreibens und Erscheinen des Buches aktuell waren aufgegriffen werden. Das gibt dem Buch den richtigen Touch. 

Ich für meinen Teil bin auch hier wieder voll begeistert und hätte gerne eine Tasse oder ähnliches mit dem Tod und dem Kescher in der Hand, "Obladi Oblada"singend! 

Daher volle 5/5 Punkten!


(Schwarzkopf & Schwarzkopf; 2018; 352 Seiten)

Freitag, 12. März 2021

Freitagsfüller 12.02.2021 #617

 

 Vom Frühling zurück in den Winter, das letzte Wochenenende war schon kalt - wenngleich auch sonnig und damit doch sehr sehr schön. Klar, dass ich deswegen die größte Zeit draußen verbracht habe. Und auch das erste Eis bei meiner anderen Lieblings-Eisdiele geholt habe. Dort gibt es leckeres Limoncello-Eis.
Ansonsten ist wetterbedingt die Woche nicht viel passiert. Ich habe mir endlich meine erste Zeckenschutzimpfung geben lassen (die letzte liegt gut 15 Jahre zurück). Nachdem ich sicherlich weiterhin viel in der Natur sein werde schadet es auf keinen Fall. In diesem Zug wird mein Impfass grundsätzlich mal wieder auf Vordermann gebracht.
Gestern war dann wieder eine gute Freundin bei mir, zusammen den Bachelor (nach)schauen. Meine Güte, ein Drama ... und anschließend noch der Bergdoktor, das war schon fast ein wenig zu viel Aufregung für einen Donnerstag Abend :D Aber doch auch momentan die einzigen Highlights. Hof hat leider noch immer eine Inzidenz von über 300. Ich kann es echt nicht erklären warum diese so konstant hoch bleibt, auch wenn wir natürlich sehr Grenznah zu Tschechien liegen.

 

1. Das Leben ist schön.
2. Das erste Fruchteis des Jahres schmeckt für mich wie Frühling.
3.  Meine Osterdeko ist im Vergleich zu Weihnachten echt minimalistisch.
4.  Das große Bauprojekt in der Stadt, wird es jemals fertig werden?
5. Ich könnte jetzt gerade auch noch ein Stündchen im Bett kuscheln.
6. Ich weiß, meine Familie ist immer an meiner Seite.
7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf das Wissen morgen ohne Wecker aufzustehen, morgen habe ich geplant, zu meinen Eltern zu gehen und Sonntag möchte ich sofern das Wetter es zulässt wandern!

 Habt ein schönes Wochenende, lasst euch nicht wegwehen und passt allgemein auf euch auf! 

Die gesammelten Freitagsfüller gibt es wie jede Woche bei Barbara: scrapimpulse

 

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Mittwoch, 10. März 2021

Die Angst der Schweigenden - Nienke Jos

 Nienke Jos - Die Angst der Schweigenden

Vielen Dank an den Gmeiner Verlag für die Zusendung eines kostenlosen Rezensionsexemplars.

Inhalt (Gmeiner-Verlag):
Tragfähigkeitsannahmen, Berechnungsmodelle, Zahlen: Inna ist Statikerin. In ihrem Leben gibt es keine Zufälle. So ist auch der eisige Wind nur ein kalkulierbarer Vorbote, der sich im Laufe des Tages zu einem Schneesturm kumulieren soll. Ein gewaltiger Schneesturm, der Inna eine ganze Nacht lang festhält, in einer alten Fabrikhalle weit außerhalb der Zivilisation. Mit Igor. Igor, der plötzlich auftaucht und behauptet, vom Unwetter überrascht worden zu sein …



Meine Meinung:
Bevor ich etwas ausführlicher zum Inhalt komme, was bitte war das denn? Innerhalb kürzester Zeit hatte ich dieses Buch verschlungen, immer wieder während des Lesens dachte ich "Hä?", war immer wieder aufs neue verwirrt, anschließend sicher, und dann wieder verwirrt, und am Ende hatte ich tatsächlich noch immer ein großes Fragezeichen über mir. Die Autorin hat es somit auf jeden Fall geschafft, dass man sich auch nach Beendigung mit der Geschichte befasst. 

Viele verschiedene Erzählstränge laufen hier zusammen, als Leser allerdings ist man sich nie wirklich im klaren ob diese nun parallel verlaufen, ob es sich irgendwie um ein und dieselbe Person handelt. Was Gegenwart und Vergangenheit. Was Fiktion und was Real. Lediglich bei Inna wird es deutlich wenn es weit zurück in ihre Kindheit geht ... das aber ist auch schon alles. Es geht in erster Linie also um Inna und Jenke, der als Kind seine Mutter getötet haben soll, und die Familie der kleinen Marga. Und irgendwie den Weihnachtsmann und Henri und Igor. Alles wird am Ende zu einem großen Ganzen - und doch bleibt man irgendwie verstört zurück. Der Titel passt hervorragend zum Inhalt - es ist unvorstellbar was in den Köpfen der Menschen vorgehen musste wenn man selbst nicht mehr weiß was wahr ist und was nicht. Und mit was für einer Bürde der Schuld sie 30 Jahre lang lebten.

Das Buch hat eine dramatische Dichte, ist nicht nur Thriller, sondern in meinen Augen ein Psychothriller (mit Drama). Man wird es mögen oder nicht. Unterm Strich war es alles ein wenig zu konstruiert - auch wenn das natürlich der Sinn einer ausgedachten Geschichte ist. Beim Lesen jedenfalls tut man sich wirklich schwer zu folgen, gut vorstellen hingegen kann ich mir das Werk tatsächlich als Film. 

Eine Bewertung ist schwer. Auf der einen Seite hat mich das Buch gefesselt, lange beschäftigt und es ist voller überraschender Wendungen. Insgesamt spreche ich daher mit 3,5 Sternen durchaus noch eine Empfehlung aus! 

(Gmeiner Verlag; 2021; 309 Seiten)