Mittwoch, 29. März 2017

Friesennebel - Sandra Dünschede

Friesennebel - Sandra Dünschede

Vielen Dank an den Gmeiner Verlag für die Zusendung eines kostenlosen Rezensionsexemplares.

Inhalt:
Gustav Nissen, Bewohner des Pflegeheims ‚Olenglück‘, wird von Nordic-Walkern tot im Legerader Wald in Nordfriesland gefunden. Schnell stellt sich heraus, dass der Mann keines natürlichen Todes gestorben ist. Hatte der Sohn des Toten, der durch die hohen Heimkosten sein Erbe gefährdet sah, seine Finger im Spiel? Oder leistet im Heim jemand illegal Sterbehilfe? Kommissar Thamsen verfolgt mehrere Ansätze, doch erst ein Undercovereinsatz seines Freundes Haie im Pflegeheim scheint den Nebel zu lichten…

Meine Meinung:
Allein auf Grund des Schauplatzes der Geschehnisse im idyllischen Nordfriesland bei Niebüll - kurz vor Sylt quasi - musste ich mir dieses Buch organisieren. Wenn man die Gegend dort kennt fühlt man sich direkt in die Szenerie hineinversetzt.

Das "Olenglück" scheint ein friedvolles Pflegeheim zu sein für Menschen, die alleine nicht mehr klar kommen und für die zu Hause nicht mehr gesorgt werden kann. Die Unterbringungskosten sind nicht gerade günstig und so sollte man meinen, dass dort ganz besonders auf einen geschaut wird. Als allerdings ein Heimbewohner verschwindet und dann auch noch tot aufgefunden wird ist die Idylle getrügt. 

Nachdem es einige weitere Ungereimtheiten gibt, vor allem was die ungewöhnlich hohe Sterberate in dem Heim angeht, übernimmt Kommissar Thamsen die Ermittlungen. 

Doch Thamsen hat nicht nur mit dem Fall zu kämpfen, sondern auch mit seinem Privatleben mit Dörte. Erfrischend ablenkend wird hier immer wieder eingespielt, dass es nicht alles Friede, Freude, Eierkuchen ist mit einem Kommissar liiert zu sein. 
Da kommt es schon fast gelegen, dass sein Freund Haie nach einem Sturz im Haushalt auf Pflege angewiesen ist und somit Undercover im Heim ermitteln kann. Entgegen aller Warnungen. Er ahnt nicht in welche Gefahr er sich selbst damit bringt.

Immer wieder gelingt es Sandra Dünschede den Verdacht auf eine andere Person zu lenken, auch wenn allen Lesern klar sein dürfte, dass das Motiv und der Täter im Umfeld des Heimes zu suchen ist. Der Dorfklatsch im Lebensmittelladen trägt seinen herrlich erfrischenden Teil dazu bei, dass man sich wirklich wie auf einem kleinen friesischen Dorf fühlt. 

Zu den Charakteren habe ich allerdings nicht wirklich eine tiefere Bindung herstellen können. Vielleicht werden Sie in einem vorhergehenden Krimi ein wenig tiefgründiger Beschrieben - aber so bleibt doch alles sehr oberflächlich. 

Die Handlung ist stimmig, spannend und bietet immer wieder neue Wendungen. Der Schreibstil ist auch sehr flüssig und die Seiten sind im Nu gelesen. 

Alles in Allem ein solider und lesenswerter Nord-Krimi. Von mir mit 4,5 von 5 Punkten ausgezeichnet.

(Gmeiner Verlag; 246 Seiten; 2017)

Kommentare:

  1. Hallo,

    das klingt eigentlich nach einem durchschnittlichen Krimi! Aber der Schauplatz in Niebüll ist bestimmt toll beschrieben.

    Wie kommst du denn an ein Reziexemplar von Gmeiner? Dort gibt es meines Wissens nach kein Bloggerportal.

    Liebe Grüße
    Barbara

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    1. Nein, kein Meisterwerk und keine Neuerfindung der Krimi-Geschichte aber sehr unterhaltsam und kurzweilig.
      Ich bekomme immer einen Blogger-Newsletter wo man das aktuelle Programm einsehen kann und in diesem Zuge auch Rezensionsexemplare anfordern kann. Aber ich kann dir ehrlich gesagt nicht mehr sagen wie ich zu diesem Newsletter gekommen bin :(.

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