Donnerstag, 15. Oktober 2015

Und morgen Du - Stefan Ahnhem

Stefan Ahnhem - Und morgen Du

Klappentext: 
Helsingborg, Südschweden. Kommissar Fabian Risk ist gerade in sein idyllisches Heimatstädtchen zurückgekehrt. Er möchte endlich mehr Zeit mit seiner Familie verbringen. Doch dann wird in seiner alten Schule eine brutal zugerichtete Leiche gefunden. Daneben liegt ein Klassenfoto. Darauf abgebildet ist Risks alte Klasse, das Gesicht des Mordopfers mit einem Kreuz markiert. Und das ist erst der Beginn einer Mordserie, bei der der Mörder Risk und seiner Familie immer näher kommt.

Meine Meinung: 
Und auch hier handelte es sich um einen Urlaubslektüre. Die Zeit war also knapp bemessen, aber auch dieses Werk habe ich in 3 Tagen geschafft! 

Ich habe mich bewusst beim Kauf für diesen Krimi entschieden, das sich natürlich erstens der Inhalt spannend anhört und zweitens es der Beginn einer neuen Krimireihe um den Ermittler Fabian Risk werden soll. Sollten mir somit in Zukunft weitere Bücher davon in die Hände fallen weiß ich zumindest was am Anfang passiert ist. 

Fabian Risk ist verheiratet und zweifacher Vater. Gerade seinem Sohn macht der Umzug schwer zu schaffen. Welches Kind verlässt schon gerne seine gewohnte Umgebung um irgendwo anders neu anzufangen. Neben der hochspannenden Jagd nach dem Mörder geht es also auch um die Familienverhältnisse der Risks und ein bisschen öffnet einem das Buch auch die Augen, dass das Privatleben niemals unter der Arbeit leiden darf.
Und es macht deutlich, dass manche Dinge einfach grenzüberschreitend gelöst werden müssen und so müssen die - aus welchen Gründen auch immer - verhassten Dänen und Schweden in diesem Fall an einem Strang ziehen.

Auch wenn es sich nachdem man dieses doch sehr brutale Werk gelesen hat seltsam anhören mag, so finde ich doch manche Hintergründe richtig gut gewählt. Es geht um Mobbing, um das Wegsehen und grundsätzlich darum wie grausam Kinder und Jugendliche und selbst Erwachsene in solchen Momenten sind und wie traumatisierend gewisse Erlebnisse sind. 
Wenn es nur das wäre, würde ich das Buch auch richtig gut finden. Das Motiv des Mörders ist aber gelinde gesagt ziemlich dämlich - wenn auch die Gefühlslage nachvollziehbar ist. 

Sehr viele Namen tauchen auf, schließlich waren in der Klasse über 20 Schüler/innen. Dazu kommen etliche Ermittler aus Schweden, einige wenige aus Dänemark und weitere Nebenrollen aus sämtlichen Gegenden. Ich hatte manchmal so meine Schwierigkeiten zu folgen bei wem wir uns gerade befinden und welche Rolle die Person spielt. Die Charaktere wurden soweit es für wichtig erachtet wurde gut beschrieben und durchleuchtet. 
Mein Hauptproblem ist allerdings, dass ich die Polizeiarbeit der Schweden absolut amateurhaft und wenig glaubhaft finde, so dass zwischendrin die Leselust schwindet. Auch die Klassenkameraden verhalten sich allesamt ein wenig, sagen wir es mal so: seltsam.

aber natürlich möchte man trotzdem wissen wie es ausgeht und wer der Täter ist. Mehrmals wird man im Buch auf die falsche Fährte gelockt, auch wenn mir als Leser schon seiten vorher klar war was schief läuft oder was Sache ist als den Ermittlern. Es ist zwar schön wenn das so ist, aber nicht wenn es einem so offensichtlich ins Auge springt - die Polizei aber tagelang nicht auf die Lösung kommt und angeblich völlig übermüdet ist vom gedankenlosen Denken. 

Demnach ist das Finale an sich für den gewieften Leser keine Überraschung, allerdings haben manche Leute wohl wirklich 7 Katzenleben, so dass sie so viele Dinge durchmachen ohne auch nur ein bisschen mürbe zu werden oder Kraft zu verlieren. 

Nachdem man weiß wer der Täter ist und welches Motiv er hat versteht man auch die Einleitung. Und es ist verblüffend wie wahr dies doch tatsächlich ist. 

Gut gelungen ist der Schreibstil. Flüssig und rasant fliegt man über die Seiten und auch die brutale und detaillierte Vorgehensweise lassen einen keinen Moment zum durchatmen kommen. 

Alles in allem zwar einen nette Story und gut zu lesen und unterhaltsam - aber leider auch größtenteils unglaubwürdig. Somit kann ich nur 3 von 5 Punkten vergeben.

(List, 2015, 548 Seiten)

Kommentare:

  1. Hi:-)

    Schade, dabei klang das Buch eigentlich ganz interessant!

    Ich folge dir jetzt übrigens mal und werde öfter vorbeischauen!

    Liebe Grüsse
    Jessi
    http://in-buechern-leben.blogspot.de

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ja, ich war leider auch etwas enttäuscht. Habe auch viel mehr erwartet.
      Danke fürs Folgen! :)

      Löschen